29 Januar 2012

Die besten Platten 2011

Nachdem ich es leider geschafft habe, im gesamten Jahr 2011 all die neu erschienenen Alben, die mich beeindruckt haben, eben nicht hier zu besprechen (meist aus Zeitmangel), möchte ich jetzt wenigstens meine Top Ten des Jahres 2011 nachreichen. Die Liste ist natürlich völlig objektiv und allgemeingültig für alle, die glauben, einen guten Musikgeschmack zu haben...

1. MACHINE HEAD Unto The Locust
2. LONG DISTANCE CALLING Long Distance Calling
3. RUSH Time Machine 2011: Live in Cleveland
4. MASTODON The Hunter
5. AMORPHIS The Beginning Of Times
6. BLOOD CEREMONY Living With The Ancients
7. ORPHANED LAND The Road To OR-Shalem: Live in Tel Aviv
8. AMON AMARTH Surtur Rising
9. MISERY INDEX Pulling Out The Nails
10. AMPLIFIER Octopus

Diese Liste ließe sich tatsächlich noch fortsetzen, denn das letzte Jahr war ein gutes Jahr für den Metal/Rock-Bereich. Einen Haufen Müll gab es natürlich auch, der einem so untergekommen ist. Hier weiß ich dann auch gar nicht, was schlimmer ist: das satanistisch-hirnverbrannte Seventies-Hardrock-Gedudel von THE DEVIL'S BLOOD, oder der pseudo-intellektuelle Krach, den METALLICA und LOU REED zusammen verbrochen haben... absolut verzichtbar ist beides.

In diesem Sinne verspreche ich Besserung für das Jahr 2012, hier wieder mal mehr zu posten. Echt.

02 Dezember 2011

NOVA 18 erschienen

Dieser Tage ist NOVA 18 erschienen, mittlerweile im eigenen Verlag und das erste (und vermutlich einzige) Mal in unserer Geschichte mit vier Herausgebern.

Näheres zum Inhalt unseres formidablen Magazins gibt es wie immer auf der NOVA-Website, bestellen könnt ihr es unstressig über den NOVA-Webshop.

01 Januar 2011

NOVA 17 erschienen

Pünktlich (hüstel) zu Weihnachten ist am 24.Dezember die neue Ausgabe von NOVA erschienen, und das auch noch mit satten 50 Seiten Mehrumfang zum normelen Preis. Eine sehr gute Ausgabe ist es geworden, sowohl was die enthaltenen Stories und Artikel, als auch die hervorragenden Illustrationen angeht.
Ich kann NOVA 17 nur allen Freunden der Science Fiction-Kurzgeschichte wärmstens ans Herz legen.

Enthalten sind:
Arno Behrend “Blitzlichtgewitter”
Frank Hebben “Das Lichtwerk”
Florian Heller “Der Folterknecht”
Michael K. Iwoleit “Die Schwelle”
Sven Klöpping “Gothic Lovers”
Uwe Post “Bikepunks”
Gero Reimann “Was denn noch?”
Ralf Wolfstädter “Schädlingsbekämpfer”
Gastory: Aleksandar Ziljak (Kroatien) “Ultramarine!”
Artikel:
Volker Wittmann über die Suche nach außerirdischer Dummheit
Helmuth W. Mommers mit seinem Rückblick auf die deutsche SF-Storyszene 2009
Franz Rottensteiner mit einem Nachruf auf William Tenn

29 Oktober 2010

Vampire in Ground Zero: DIE SAAT von Guilermo del Toro und Chuck Hogan


Ich habe ja bereits in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen, mich über den unsäglichen Vampir-Hype zu beschweren, den (spätestens) Stephanie Meyer mit ihren unsäglichen Twilight-Romanen ausgelöst hat. Ähnlich dem Fantasy-Boom im Zuge der Verfilmung des HERR DER RINGE ist schon seit längerem kaum ein Entkommen vor den mal mehr, mal weniger schwuchteligen Blutsaugern möglich.
Prinzipiell versuche ich dieses Genre zu meiden wie diese bleichen Herrschaften den Knoblauch und das Tageslicht, aber durch die ausdrückliche Empfehlung eines ehemaligen Kollegen, die cineastische Reputation des Autors und etwas milde gestimmt durch die doch recht gute TV-Serie TRUE BLOOD, habe ich mich dann dazu hinreißen lassen, DIE SAAT von Guilermo del Toro und Chuck Hogan zu lesen.
Kurz zur Handlung: In New York landet ein Passagierflugzeug, direkt danach bricht der Kontakt ab und als man nachschaut, sind alle Passagiere (vermeintlich) tot. Die toten Fluggäste verschwinden dann in der nächsten Nacht aus den Leichenschauhäusern und treiben ihr Unwesen in den U-Bahn-Schächten Manhattans und in den Ruinen des World Trade Centers. Ursächlich beteiligt ist ein abtrünniger Über-Vampir, ein sogenannter „Meister“, der sich nicht wie seine sechs anderen Meistervampir-Kumpels damit begnügen mag, ab und zu mal ein Menschlein auszulutschen, sondern gleich ganz Amerika in Vampire verwandeln will. Behilflich dabei ist ihm ein körperlich schwer kranker Superreicher, den es nach Unsterblichkeit gelüstet. Vermengt wird das Ganze mit der Geschichte und daraus resultierender persönlichen Vendetta eines alten Juden, der in der Nazi-Zeit mit ansehen musste, wie oben erwähnter Meistervampir sich in einem KZ an den Gefangenen gütlich tat. Zusammen mit dem Chef des hiesigen Seuchenschutzkommandos und einem städtischen Rattenfänger (!) macht der alte Mann Jagd auf den Vampirboss, während sich New York mit erschreckender Belanglosigkeit immer mehr in eine Blutsaugerstadt verwandelt.
Das Ergebnis ist – nun ja – ernüchternd. DIE SAAT ist relativ flott geschrieben und lässt sich zügig lesen, ist bisweilen sogar auch ein wenig spannend. Aber eine düstere Atmosphäre kommt überhaupt nicht auf, die Charaktere sind höchst oberflächlich ausgearbeitet und die persönlichen Intentionen der Agierenden sind entweder nicht klar oder ziemlich fragwürdig. Sprachlich gesehen rangiert der Text leider nur auf mittelprächtigem Heftroman-Niveau, ob das allerdings am Übersetzer oder der Vorlage liegt, kann ich nicht beurteilen.
Ein größtenteils angenehmer Aspekt des Romans ist, dass der Vampirismus als eine Art Infektion erklärt wird und damit der schwarzmagische Firlefanz unterbleibt. Andererseits ist aber spätestens am Ende, wenn davon gesprochen wird „Es ist nicht von dieser Welt“, die Parallele zu Stephen Kings „Dreamcatcher“ sehr-sehr augenfällig - denn ich befürchte, im Folgeroman DAS BLUT (Einzelromane sind ja scheinbar total out, aber das ist ein anderes Thema) wird uns präsentiert werden, dass die Vampire eigentlich vor Jahrhunderten aus dem Weltraum gekommen sind.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein guter Regisseur eben nicht zwangsläufig auch ein guter Romaneschreiber sein muss und dass das Sujet wohl einfach nichts Neues mehr hergibt. Kann man mal lesen, muss man aber nicht.


DIE SAAT (O:„The Strain“)
Chuck Hogan, Guilermo del Toro
528 Seiten, Heyne Verlag
ISBN-10: 3453435184
ISBN-13: 978-3453435186